DS9 ist eine interessante Serie, die, wie alle anderen Star Trek Serien auch, sowohl ihre Befürworter als auch ihre Gegner hat. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, daß sie einige eklatante Fehler enthält und einige ziemlich "nervige" Episoden beinhaltet.
Diese
Serie ist die erste Star Trek Serie, bei der eine Frau dauerhaft einen
Kommandoposten inne hat (Voyager kam erst später!), nämlich Major (später
Colonel) Kira Nerys als Erster Offizier. Sie stammt noch nicht
einmal von der Erde, sondern von Bajor. Auch der zweite wichtige Posten
ist von einer Frau besetzt, Wissenschaftsoffizier Jadzia Dax, wieder
nicht von der Erde, sondern von Trill. Der Captain (zuerst nur
Commander) Benjamin L. Sisko hingegen ist von der Erde, aber er ist
ein Farbiger. Damit hat DS9 den höchsten Angleichungsgrad aller Star
Trek Serien an das, was Gene Roddenberry vorschwebte, als er Mitte der
sechziger Jahre mit Star Trek begann, da es auch eine ganze Anzahl von
anspruchsvollen Episoden gibt.
Ich
habe immer den Eindruck, daß die Macher von DS9 erst einmal zwei
Staffeln gebraucht haben, um zu wissen, was sie eigentlich wollen.
Obwohl es auch hier bereits durchaus gute Episoden gibt (z.B. "Unter
Verdacht", "Der Fall Dax"), beinhalten diese Staffeln auch die
größten Fehler. So hat man zum Beispiel in "Der Abgesandte" zum einen
vergessen, daß auf Bajor der Familienname vor dem Vornamen steht:
"Logbuch:... Erster Offizier Nerys..." - Die Dame heißt aber nun mal
Kira mit Familiennamen... Zum anderen verwirrt es irgendwie, daß die
"Propheten" Sisko nicht kennen, wenn er doch, wie sich aus den späteren
Episoden ergibt, von je her als der Abgesandte bestimmt gewesen ist.
DS9 ist zudem leider auch die Serie mit den meisten Spiegeluniversumsfolgen. Es ist zwar eine leidige Tatsache, daß sich das Spiegeluniversum seit der TOS-Episode "Mirror, Mirror" durch alle Star Trek Serien zieht, aber in DS9 erreicht es die absolute Spitze. Das waren für mich immer sogenannte Schalter-Episoden, da wo ich den Schalter "Aus" am Fernseher betätigt habe!
Die Charaktere auf der Station sind sehr vielfältig und interessant, auch im Hinblick darauf, wie sie sich entwickeln.
Benjamin Sisko: Ein ruhiger, aber durchaus temperamentvoller Charakter, der sich im Laufe der Serie von "ganz brauchbar" zu "sehr gut" entwickelt. Er ist ein sehr introvertierter Mann, was sich nach dem Auftauchen von Cassidy Yates etwas bessert.
Quark: Seines Zeichens Ferengi und windiger Geschäftemacher. Er entwickelt sich auch durchaus interessant, besonders im Hinblick auf sein soziales Verhalten.
Odo: Ein Wechselbalg. In den ersten Folgen ein Fremdkörper, der kein
Interesse an irgendwelchem Sozialverhalten zu haben scheint. (Was ihm
in "Unter Verdacht" auch fast das Genick bricht). Später wird er
gefühlvoller und tiefgründiger, woraus auch seine Liebe zu Nerys
resultiert. Ein eher melancholischer Charakter.
Kira Nerys: Eine
hitzige Querdenkerin und ehemalige bajoranische Freiheitskämpferin. Zu
Anfang ist sie Siskos Counterpart. Sie beschreibt dieses Verhältnis
einmal "wie Hund und Katze". (Es war mir nicht bekannt, daß es diese Tiere
auf Bajor auch gibt...) Später ein verantwortungsvoller Offizier,
wenngleich nicht weniger temperamentvoll.
Dax: Egal ob als Jadzia oder als Ezri, der Ruhepol für Sisko (abgesehen von Ezris Anfangszeit auf DS9). Die weise Ratgeberin.
Nog: Einer der wohl vielseitigsten Charaktere der Serie. Vom kindlichen Dieb über einen rastlosen Jugendlichen zu einem verantwortungsvollen Starfleet Offizier.
Rom: Tolpatschig, ein bißchen schusselig, aber ein exzellenter Techniker. Entwickelt sich von "ziemlich hohl" zu "ansprechend".
DS9 ist eigentlich meine Lieblingsserie in Star Trek, hauptsächlich auch deshalb, weil es feste Bezugspunkte gibt. Nicht in jeder Episode ein neuer Planet mit neuen Spezies, sondern eine "überschaubare" Umgebung.
Letzte Aktualisierung: 06.10.2009